Samstag, 27. Februar 2010

ふまじめ。。。

Irgendwie macht sich heute die große Faulheit breit. Um 10 Uhr bin ich mit Uli und Sakie zum Frühstücken in 美章園 verabredet, um mich bei der Gelegenheit auch noch von Uli zu verabschieden, der heute Abend schon zurück nach München muß. Zum Glück habe ich mir extra einen Wecker gekauft, mit dem schönen Spruch drauf:
Fasse que tu sois toujours he ureux. (Ich glaube, es sollte heißen "Fasse que toujours tu es heureux.")
Der nervt mich zwar mit seinem lauten Ticken, aber dafür hab ich so eine Gelegenheit, mich morgens aus den Federn reißen zu lassen.

Nach einer angenehmen, heißen Dusche, muß ich allerdings erstmal noch eine Runde da sitzen und meine Schuhe trocken fönen, die von dem gestrigen Wolkenbruch immer noch leicht feucht sind.

Als ich schließlich zur JR Station laufe, wird mir wieder bewußt, wie genial meine Wohnung liegt. Zu Fuß bin ich in nur 10 Minuten in 難波。 Sehr feine Sache das. Und JR ist auch noch billiger als U-Bahn fahren, was mich überrascht. Ich zahle also meine 160 Yen und komme mit nur 45 Minuten Verspätung an. Da meine Gastgeber sich trotz mehrerer Mails von unterwegs über meinen aktuellen Aufenthaltsort und E.T.A. noch mehr verspäten, hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen. Das Gute: Das Wetter hat sich ein bißchen erholt, zwischendurch kommt auch mal die Sonne raus. Treffpunkt heißt übrigens まちあわせ aus 待つ (warten) und 合う (laut Chico: treffen/sich eignen). Wieder was gelernt.


Gegen 11 Uhr gehe ich also Mit Sakie und Uli in ein kleines Café zum Frühstücken, welches direkt unter der Bahn-Strecke neben einer weiteren Reihe anderer Shops und Cafés liegt. Äußerst interessante Bauweise - alle 5 Minuten, wenn ein Zug drüber fährt, hat man das Gefühl, daß die Decke gleich einkracht, aber das stört hier keinen, und so kann es auch uns Gaijin nur ein Lächeln abgewinnen. Wir bestellen also unser Frühstück, allerdings haben wir saumäßig Hunger, darum gibt es Yakisoba (gebratene Nudeln), Curry-Reis, und für Uli einfach "das größte, was sie haben". Alles sehr lecker.


Danach mach ich auf dem Heimweg nochmal einen kurzen Abstecher zu meinem gestern neu entdeckten Lieblinsladen, dem riesigen 100 Yen-Shop in 心斎橋 - jetzt weiß ich ja, wo er ist (im BicCamera, 8. Stock), und außerdem liegt es in der Nähe von Namba, wo ich wieder ankomme. Ein paar Sachen  habe ich letztes Mal  nicht mitgenommen, weil meine Taschen schon zu voll waren und ich ja auch alles noch heimschleppen muß. Diesmal schlage ich zu und besorge mir einen Besen mit Schaufel (werde ich hier noch zum Putzteufel? - Das erinnert mich: ich glaube, ich nehme mir mal als nächstes mein Bad und meine Küche vor. Einerseits, damit ich die ganzen Utensilien nicht umsonst gekauft habe ;) und andererseits, da das vor mir scheinbar noch keiner gemacht hat, bevor ich eingezogen bin...), sowie einen klassischen, durchsichtigen Schirm (der laut Tobi allein schon reicht, um einen zum Japaner zu qualifizieren). Des weiteren noch eine Tasche, damit ich meine Schmutzwäsche nicht in Einkaufstüten zur コインランドリー (Wäscherei) tragen muß, sowie noch ein paar 電子レンジ-Gerichte (Reis und Curry). Jetzt fühle ich mich ganz gut ausgerüstet, zusätlich habe ich von Sakie noch eine tiefe Pfanne geliehen bekommen, sodaß ich jetzt prinzipiell nicht mehr nur auf die Mikrowelle angewiesen bin.


Auf dem Heimweg gibt's nochmal einen kleinen Abstecher zu dem Laden von neulich, wo ich mir nochmal eine große Portion 牛丼 gönne - Rindfleisch auf Reis. Schnell, einfach und lecker.

Zu Hause angekommen werden erstmal die immer noch nassen Sachen auf den Balkon gehängt (ich habe eine phantastische Aussicht direkt auf eine Wand), um vielleicht noch ein bißchen Wind oder Sonne abzukriegen, und möglicherweise schneller zu trocknen, als in meiner Wohnung.

Danach versuche ich, die E-Mail-Adresse meines japanischen Handys zu ändern, auf dem ich schon am ersten Tag über 200 Spam-Mails bekommen habe (2 Stunden Dauervibration wegen neuer Mails...), scheitere aber trotz Neuregistrierung, da das eigene Softbank-System - auf mich zumindest - noch nicht 100%-ig ausgereift zu sein scheint. Naja, muß ich mich eben einfach freuen, daß mir irgendjemand schreibt...

Nun sitze ich hier, es ist kurz vor halb 6 am Abend und ich habe - mehr oder weniger - frei. Draußen wird es schon wieder finster, und ich kann mich nicht aufraffen, noch viel zu erledigen. Das Wetter hemmt jegliche Aktivität, gepaart mit der Kälte in meinem kleinen Zimmer. Ich hoffe, daß die Klima-Anlage bald für etwas mehr Gemütlichkeit sorgt...

Was steht sonst noch auf meiner 2Do-Liste? Ich muß mal zum Softbank-Shop und schauen, ob die mir helfen können, die Spam-Flut einzudämmen. Außerdem steht noch ein Besuch beim Ikea an, denn ich möchte mir noch ein paar weitere Basics holen, die man für die Küche braucht, und um ein paar Gäste bewirten zu können (Teller, Gläser, Messer, etc.,) und außerdem noch einen kleinen Tisch, an dem ich den Laptop abstellen kann (auch wenn die Schoß-Heizung gar nicht mal unangenehm ist) und noch ein oder zwei Sitzkissen. Oh-oh... das wird alles nochmal teuer... aber ich hoffe, sobald dann erstmal alles steht, normalisieren sich die Ausgaben auch wieder. しょうがない! ("Kein Ingwer!" - sorry, Insider. Hehe...) Aber für heute stelle ich das alles mal zurück. Ich habe keine Lust, noch irgend etwas zu organisieren.

Nicht falsch verstehen: ich beklage mich nicht,ich genieße es nur, mal ein bißchen "Pause" zu haben. Vielleicht lasse ich heute einfach mal die Faulheit siegen und mache mir einen gemütlichen Film-Abend...

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