Samstag, 27. Februar 2010

Jetlagged?

... und ich dachte immer, ich sei gegen Jetlags gefeit. Tja, ich schätze, so kann man sich irren. Ich habe die Müdigkeit zwar tagsüber nicht gespürt, aber heute nacht hat sie mich doch eingeholt. Erst bis um 3 Uhr morgens noch wach gewesen - soweit so gut - aber daß ich dann auch heute bis 3 Uhr nachmittags schlafen würde... damit habe ich dann doch nicht gerechnet. Zugegeben, ich war zwar vorher schonmal wach, aber die Kälte und die Dunkelheit haben mich irgendwie davon abgehalten, aus den Federn zu kommen. Um drei also die Augen wirklich aufgemacht, aber erstmal noch mit chatten zwei weitere Stunden erschlagen...

Tja, um 5 Uhr dann erstmals aufgestanden und mich allmählich aus dem Haus gewälzt. Große Überwindung, denn von dem herrlichen Wetter der letzten beiden Tage ist leider nicht mehr viel übrig: Es gießt in Strömen und eine halbe Sintflut kommt herunter. Na toll, warum habe ich noch keinen Schirm gekauft... Tja, in zwei Stunden muß ich also schon in 深江橋 sein, um endlich meine guten Freunde 純一 und さとこ zu treffen. 久しぶり! Mit ihnen zusammen ging's erstmal auf ein Konzert, ein ライブ。 Was genau, wußte ich noch nicht. Vorher steht noch einkaufen und frühstücken (um 6 Uhr abends!) an. Mangels Topf - oder sonstiger Küchenutensilien - greife ich als auf Mirkowellen-Food zurück. Reis mit Curry. Schnell, lecker, günstig.Und vor allem: mit meinem knappen Zeitbudget heute abend und den (noch) beschränkten Möglichkeiten meiner Küche auch gut machbar.

 
Danach schnell abgespült, damit ich gestern nicht umsonst das ganze Putz- und Spülmittel gekauft habe, und dann tatsächlich püntklich angekommen. びっくりしたよ!
 
Es war auf jeden Fall sehr ... "avant-garde" - ich mußte die ganze Zeit an eine Selbsthilfegruppe oder Lärmtherapie denken. Eine Melodie war die meiste Zeit nicht wirklich zu erkennen, und das komplette Übersteuern der Mikros und die viel zu lauten und verzerrten Instrumente haben dazu gehört. Es war irgendwie "extrovertiert" und ein bißchen verstörend - wie die Szenen in Filmen, in denen man schon akustisch darauf vorbereitet wird, daß gleich etwas passiert - und das eine Stunde lang... Witzig auch, was man schon von den Japanern kennt: sie kommen zwar teilweise geschniegelt, so wie bei uns manche Leute ins Theater gehen würden, aber drinnen sitzen alle auf dem Boden, die Schuhe natürlich vorher ausgezogen und fein säuberlich in Tüten verpackt. Witzig irgendwie...


Auch wenn das Konzert etwas merkwürdig war, egal, das Wichtigste war ohnehin, meine Freunde mal wieder zu sehen. 10 Monate sind schon eine lange Zeit, aber es fühlt sich immer gut an, anzukommen und gleich ein paar bekannte Gesichter zu sehen, die man schon lange vermißt hat.


Danach sind wir noch lecker おこのみあき essen gegangen. Sehr lecker und eine prima Gelegenheit, um einen schönen Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

 

Schließlich ab nach Hause. Sollte zu Fuß kein Problem sein, wir sind ja quasi Nachbarn, und von 阿波座 nach 西大橋 ist es auch eigentlich nicht so weit. Trotzdem haben mir die beiden einen Regenschirm geliehen, der mich auf den 10 Minuten heimweg ein bißchen schützen sollte vor den geöffneten Himmelspforten. Besonders dann, wenn man die Karte irgendwie falsch im Kopf hat, und statt Süden mal nach Osten läuft. Nach 10 Minuten kam dann die große Verwunderung: "Was für einen Fluß überquere ich hier? An den kann ich mich nicht wirklich erinnern..." Tja, lange Rede kurzer Sinn: nach der freundlichen Auskunft zweier netter Passanten und eines Parkplatzwächters habe ich schließlich doch nach Hause gefunden und auch "nur" eine dreiviertel Stunde gebraucht. Leider - trotz Schirm - naß bis auf die Knochen. Verdammt... naja, auch egal. Jetzt muß ich nur schauen, wie ich meine Schuhe wieder trocken bekomme, denn das Impregnieren hilft zwar gegen ein bißchen normalen Regen, aber gegen diese Wassermassen ist auch die beste Impregnation machtlos...

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