Dienstag, 9. März 2010

Wie im Restaurant

Mayumi ist hier, und wie überlegen, was wir mal wieder gegen den eintretenden Hunger tun können. Ich möchte endlich meinen Wok einweihen, und habe auch Lust, mal wieder, etwas anderes zu essen. Vielleicht gehen wir einfach in den Supermarkt und schauen, was uns anlacht. Vorher koche ich uns noch schnell einen Tee - mangels Wasserkocher oder Topf improvisiere ich ein wenig. Mmmmh, sieht das nicht köstlich aus?


Unterwegs laufen wir noch schnell bei der コインランドリー vorbei, und ich bin froh, daß Mayumi dabei ist, um mir zu helfen, die Schilder an der Waschmaschine zu entziffern. 40 Yen gehen für das Waschpulver drauf, 150 Yen für einmal Waschen, 200 Yen wenn man heißes Wasser will. Doch auch Mayumi ist wegen der verschiedenen Schilder verunsichert, und wir überlegen, wie wir die Erklärung interpretieren dürfen. 30 Sekunden zum Spülen? Wohl etwas zu schnell. Gehört das Waschpulver erst später dazu? Gute Frage... Nach langem Zögern schmeißen wir einfach alles auf einmal in die Maschine und hoffen auf das Beste. Interessant, die Maschine schnappt auch im Betrieb nicht zu und verriegelt - man kann jederzeit den Deckel oben öffnen, der einfach zuklappt, ohne einzurasten. Naja, wird schon schiefgehen. Die Anzeige deutet an, daß es rund 38 Minuten dauern wird, genug Zeit also, um schnell in den Supermarkt zu gehen.

Glücklicherweise befindet sich ja alles in Reichweite: eine halbe Minute zur Wäscherei, nochmal 1 Minute bis zum Supermarkt. Genial, diese Lage! Im Supermarkt kaufe ich als erstes wieder allerleit Gebäck fürs Frühstück, Kuchenrollen, Schokohörnchen, und anderen Süßkram. Und für den Hunger zwischendurch müssen auch noch ein paar Onigiri in den Korb. Beim Stöbern durch den Supermarkt entschließen wir uns, Yakisoba zu kochen, also gebratene Nudeln mit Fleisch und Kohl. Einfach und lecker.Mayumi zeigt mir auch noch, wo ich hier Natto finden kann, was ich bisher immer übersehen hatte, und wir nehmen auch davon einen Packen mit. Unglaublich, nur 78 Yen, also umgerechnet rund 60 Cent für drei dieser Schachteln - in München zahlt man dafür 3 Euro. Ich bin gespannt, wie Natto wohl direkt aus dem Erzeugerland schmecken wird. An der Kasse brauchen wir keine Tüte, was mir zwei Extra-Punkte für meine Bonuskarte einbringt - der Öko-Bonus. Sehr schön. Wenn ich hier nur noch umgerechnet rund 400 Euro ausgebe, bekomme ich schon meinen Bonus ausgezahlt: 4,50 Euro zurück. Na, ob ich das in diesen 3 Monaten schaffe?

Auf dem Rückweg nochmal kurz im 100 Yen Shop vorbei. Die Preise sind so verlockend, daß man am liebsten sofort den ganzen Laden leerkaufen möchte, während man sich der Illusion hingibt, kein Geld auszugeben. Immer wieder beeindrucken mich die handgefertigten Porzellan-Schalen, -Tassen, -Teller und Kannen, die bei uns das zehnfache kosten würden. Wir kaufen nur noch ein wenig Öl und gehen dann noch schnell bei der Wäscherei vorbei. Unglaublich, die Wäsche ist tatsächlich fertig. War gar nicht so schwer, und hat auch gar nicht weh getan. Ich gönne mir nochmal 100 Yen für 10 Minuten trockner, da ich bei den Temperaturen hier und dem ewigen Regen sonst wohl bis nächsten Monat warten dürfte, bis die Sachen trocken sind.


Zurück in meiner Wohnung - die übrigens genial gelegen ist! - macht sich Mayumi sofort ans Werk, das Essen zuzubereiten. Ich räume derweil mein Zimmer auf, rücke den Tisch in die Mitte, daß man gemütlich daran essen kann, und frage mich die ganze Zeit, wie ich es geschafft habe, daß es hier so unordentlich wirkt, obwohl ich nichts besitze und die Wohnung leer ist. Merkwürdig, scheinbar ist das mein geheimes Talent. Gerade als ich fertig bin, ruft Mayumi auch schon zum Essen. Es duftet vorzüglich und sieht genauso aus, wie ich es aus dem Restaurant kenne. Ich nehme den ersten Bissen uns lasse ihn mir im Mund zergehen. Es schmeckt nicht wie im Resaurant - es schmeckt sogar noch besser! Vielen Dank, Mayumi-chan! めっちゃおいしかったよ! 大きに! ^^


Später kommt mich Chico besuchen. Ihr Vater hatte dieses Wochenende Geburtstag, weswegen Sie von Tôkyô nach Ôsaka gekommen ist. Ich freue mich, sie nach rund einem halben Jahr endlich wieder zu sehen. 久しぶり! Zusammen gehen wir in ein Restaurant, wo wir noch mit Jun'ichi, Satoko und David verabredet sind.


David kommt aus Australien und studiert hier an der Osaka Universität Pharmacie. Inzwischen ist er bereits seit 2 Jahren hier und hat kürzlich den JLPT Level 2 Test bestanden. いいな~~

Das Restaurant liegt in Nipponbashi, wie immer gut zu Fuß erreichbar von meiner Wohnung aus. Der Hauptgang sind kleine Spieße, an denen verschiedene Fleischsorten stecken, die direkt am Tisch über einem heißen Grill in der Mitte zubereitet werden. Dazu gibt es Teigtaschen, deren japanischen Namen ich immer vergesse, grünes Gemüse, Rührei mit Tomaten und ein wenig Kimuchi. Alles in allem außerordentlich lecker.

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